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Schulstart: Wenn Lesen, Schreiben oder Rechnen wieder zur Belastung werden.

Autorenbild: Lisa Maier
Lisa Maier
23. Sept.
3 Min. Lesezeit



Mit dem Schulstart kehren nicht nur Stundenpläne und Hausaufgaben zurück. Für manche Familien kommen auch die Sorgen wieder, die sie bereits aus dem vergangenen Schuljahr kennen. Wenn das Lesen schwerfällt, die Rechtschreibung trotz Übens kaum sicherer wird oder Mathematik regelmäßig zu Frust führt, fragen sich viele Eltern, ob mehr dahinterstecken könnte.

Nicht jede Lernschwierigkeit bedeutet automatisch eine Lese-Rechtschreibstörung (LRS) oder Dyskalkulie. Gleichzeitig ist es wichtig, anhaltende Schwierigkeiten ernst zu nehmen und frühzeitig einzuordnen. Eine fundierte Diagnostik kann dabei helfen, die Ursachen besser zu verstehen und die passende Unterstützung für Ihr Kind oder Ihren Jugendlichen zu finden.


Schulstart: Nicht jedes Kind lernt im gleichen Tempo

Jedes Schuljahr bringt neue Anforderungen mit sich. Manche Kinder finden schnell wieder in den Schulalltag, andere benötigen etwas mehr Zeit, um sich an neue Lehrkräfte, Lerninhalte oder eine veränderte Klassensituation zu gewöhnen. Gerade nach den Sommerferien sind Unsicherheiten deshalb zunächst nichts Ungewöhnliches.

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Wenn Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen jedoch bereits seit längerer Zeit bestehen oder trotz regelmäßigen Übens nicht besser werden, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn hinter anhaltenden Lernproblemen können unterschiedliche Ursachen stecken, die sich im Alltag oft sehr ähnlich zeigen.


Woran erkennen Eltern eine mögliche LRS oder Dyskalkulie?

Kinder und Jugendliche entwickeln sich unterschiedlich. Deshalb gibt es keine einzelne Verhaltensweise, die eine LRS oder Dyskalkulie eindeutig erkennen lässt. Vielmehr zeigt sich häufig ein Muster aus verschiedenen Schwierigkeiten.

Bei einer Lese-Rechtschreibstörung (LRS) können sowohl Lesegenauigkeit als auch Leseverständnis betroffen sein. Wörter werden vertauscht, Buchstaben ausgelassen oder Rechtschreibfehler treten auch bei bekannten Wörtern immer wieder auf. Sollten keine Schwierigkeiten im Rahmen des Lesens bestehen, die Rechtschreibung dennoch massiv beeinträchtigt sein, spricht man von einer isolierten Rechtschreibstörung.

Viele Kinder vermeiden das Lesen oder Schreiben zunehmend, weil sie trotz großer Anstrengung immer wieder Misserfolge erleben.

Eine Dyskalkulie zeigt sich dagegen vor allem im Umgang mit Zahlen und Mengen. Betroffene Kinder und Jugendliche haben Schwierigkeiten, mathematische Zusammenhänge zu verstehen oder Rechenstrategien dauerhaft anzuwenden. Häufig müssen Aufgaben immer wieder neu durchdacht werden, obwohl sie bereits mehrfach geübt wurden.

Wichtig ist dabei: Weder eine LRS noch eine Dyskalkulie haben etwas mit mangelnder Intelligenz oder fehlender Motivation zu tun. Viele betroffene Kinder strengen sich besonders an und erleben dennoch täglich, dass Lernen für sie deutlich schwieriger ist als für Gleichaltrige.


Wann ist eine Diagnostik sinnvoll?

Nicht jede schlechte Deutscharbeit oder jede schwierige Mathematikphase erfordert sofort eine Diagnostik. Bestehen die Schwierigkeiten jedoch über einen längeren Zeitraum und beeinträchtigen sie den Schulalltag oder das Selbstvertrauen Ihres Kindes, kann eine fachliche Abklärung sinnvoll sein.

Viele Eltern berichten, dass Hausaufgaben regelmäßig zu Konflikten führen, ihr Kind zunehmend frustriert reagiert oder Aussagen macht wie: „Ich kann das sowieso nicht.“ Spätestens dann lohnt es sich, gemeinsam zu überlegen, ob eine Diagnostik hilfreich sein könnte.

Eine frühzeitige Abklärung schafft nicht nur Klarheit, sondern kann auch verhindern, dass sich Misserfolgserlebnisse verfestigen und das Selbstwertgefühl dauerhaft beeinträchtigen.


Wie läuft eine LRS- oder Dyskalkulie-Diagnostik ab?

Eine fundierte Diagnostik umfasst deutlich mehr als einen einzelnen Test. Zu Beginn steht ein ausführliches Gespräch mit den Eltern sowie, je nach Alter, auch mit dem Kind oder Jugendlichen. Dabei betrachten wir die bisherige Entwicklung, den schulischen Verlauf und die aktuellen Schwierigkeiten.

Anschließend kommen wissenschaftlich fundierte Testverfahren zum Einsatz, mit denen die Lese-, Rechtschreib- oder Rechenleistungen differenziert erfasst werden. Je nach Fragestellung können ergänzend weitere Verfahren sinnvoll sein, beispielsweise zur Einschätzung der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten oder anderer Faktoren, die das Lernen beeinflussen können.

Unser Ziel ist es nicht nur festzustellen, ob eine LRS oder Dyskalkulie vorliegt. Uns ist ebenso wichtig zu verstehen, welche Stärken Ihr Kind mitbringt und welche Unterstützung im individuellen Fall hilfreich sein kann.


Warum eine frühe Abklärung entlasten kann

Viele Kinder und Jugendliche erleben über Monate oder sogar Jahre, dass ihnen das Lernen deutlich schwerer fällt als ihren Mitschülerinnen und Mitschülern. Nicht selten beginnen sie, an ihren eigenen Fähigkeiten zu zweifeln oder verlieren zunehmend die Freude am Lernen.

Eine frühzeitige Diagnostik kann dabei helfen, diese Entwicklung zu durchbrechen. Sie schafft Orientierung, ermöglicht eine gezielte Förderung und kann, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, auch eine Grundlage für schulische Unterstützungsmaßnahmen wie einen Nachteilsausgleich sein.

Vor allem aber kann sie Kindern und Jugendlichen das Gefühl geben, dass ihre Schwierigkeiten ernst genommen werden und sie mit ihren Herausforderungen nicht allein sind.


Wie wir Sie unterstützen

In unserer Praxis begleiten wir Kinder, Jugendliche und ihre Familien bei Fragen rund um Lernen, Entwicklung und psychische Gesundheit. Uns ist wichtig, nicht nur auf Schwierigkeiten zu schauen, sondern den jungen Menschen als Ganzes wahrzunehmen. Gemeinsam besprechen wir, ob eine diagnostische Abklärung sinnvoll ist und welche nächsten Schritte Ihrem Kind oder Jugendlichen bestmöglich helfen können.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie:https://www.psychotherapeutikum-hh.de/kinder-jugendliche-psychotherapie-hamburg

Sie erreichen uns außerdem per E-Mail unter kontakt@psykum.de. 

 

 

 
 
 

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